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Stella Polaris

Bettgeflüster

Jubiläumsausgabe 2017





BookRix GmbH & Co. KG
80331 München

Guide to Contents

Inhaltsverzeichnis

 

Vorwort

Ali’s Traum von 1001 Nacht

Das Geschenk des Marquis von O

Der Gehstock

Der Nebenjob

Der weite Weg

Die bezaubernde Jungfrau

Die Konkubine

Die Nymphe

Die Schwarze Leopardin

Die Sonnenfinsternis

Die Spionin des Königs

Diebische Elster

Heißer Urlaub

Im Rhythmus der Liebe durch die Nacht

Im Zweifel für den Angeklagten

Kuss der Eurydike

Neuer Geschmack

Orangenhandel

Tanzstunde

Urlaub mit Chantal

Urlaub mit Freunden

Was hat das mit Liebe zu tun?

Wellnessurlaub

Zwischen Tod und Liebe

Wer ist denn alt?

Die Autoren

Facebook, Twitter Co.

 

 

 

Vorwort

Bettgeflüster oder Flüstern im Bett. Das kann man nehmen, wie man will, beides sind schöne Dinge, die Mann und Frau, oder auch umgekehrt, miteinander tun. Die Geschichten im Buch sind vielfältig. Soft, oder Porno, alles ist zu haben. Schauen Sie sich um und erfreuen sich an unserem Jubiläumsband 2017.

 

Ali’s Traum von 1001 Nacht

 

JürgenB48

 

Ein altes Märchen aus dem Orient, mit aktuellem Bezug

 

Ali, der arme Junge aus Bagdad, träumte schon in seiner Kindheit vom Reichtum wie im Märchen aus Tausend und einer Nacht. Er wohnte mit seinen Eltern und Geschwistern nicht weit vom Palast des ehemaligen Emirs von Bagdad weg.

Nur, sein Leben verlief ganz anders. Ihn ereilten in seiner Kindheit viele schlimme Dinge. Armut, Krieg, Verlust von Familie und Heimat. Die Flucht in eine unsichere Zukunft war sein täglicher Begleiter. Nur durch das Erbarmen fremder Leute konnte er überleben.

Irgendwann, nach dem Sturz der alten Herrscher, wollte der nun sechzehnjährige Ali nur noch weg. Ihn hielt nichts in seinem geliebten Land. Er machte sich also auf einen beschwerlichen Weg – immer weiter nach Norden, bis er in die Stadt Mosul kam. Aber auch hier fand er nur die Trümmer einer zerstörten Stadt. Wieder wurde überall geschossen oder bombardiert. Ali musste sich von einer Deckung zur nächsten schützenden Hauswand schleichen, um nicht von Splittern oder einem Geschoss getroffen zu werden. Er wollte nur noch eins – so schnell wie möglich dieser Hölle wieder verlassen. Doch so einfach war das nicht. Die Stadt war von feindlichen Milizen belagert und dahinter war nur Wüste weit und breit – kein Wasser, nichts zu trinken und zu essen, nur Trümmer, Sand und zerschossene Fahrzeuge. Menschen schien es hier nicht zu geben.

Endlich fand er eine einzeln stehende, halb zerfallene Villa, die noch zeigte, was hier einmal für Glanz und Luxus herrschte. Hinter der hohen Steinmauer fühlte sich der Junge erst einmal sicher, denn der Kriegslärm war nun nur noch weit weg zu hören. Er betrat die Ruine vorsichtig durch einen Garten, wo sich noch die Reste von herrlichen Brunnen und Zisternen - teilweise mit Wasser gefüllt - befanden, wo verwelkte Blumenranken, Ziersträucher und Palmen kaum Schatten spendeten. Doch auch hier gab es wohl keine Menschen oder gar etwas zu essen. Das Wasser aus den Brunnen schmeckte scheußlich und Ali spuckte es gleich wieder aus. Irgendwo, in einem der Zimmer, fand er aber ein paar alte Teppiche, Kissen und Decken. In einer sicheren Ecke baute sich Ali ein Lager, legte sich nieder und schlief vor Erschöpfung ein.

 

Und da war auf einmal der Traum wieder…

Er, Ali, als Prinz mit seinen drei Prinzessinnen – alle in seinem Alter und eine schöner als die andere. Ein festlich gedeckter Tisch mit Obst, Wein und allerlei orientalischer Leckereien stand im Garten unter schattenspendenden Palmen. Springbrunnen plätscherten vor sich hin und versprühten eine angenehme Kühle. Tausende Blüten wunderschöner Blumen verströmten betörende Düfte. Ali saß auf seinen Seidenkissen, rauchte die Wasserpfeife und war mit sich und der Welt zufrieden.

 

Ali schreckte hoch.

Irgendein Geräusch hatte ihn geweckt und seinen Traum abrupt beendet. Doch rund um ihn war es dunkle Nacht und er konnte nicht sehen, wer das Geräusch verursachte, oder woher es kam. Ali horchte – nichts. Doch - da war es wieder, das Geräusch. Es hörte sich an, als lief jemand über einen Berg aus losen Geröll und Steinen. Dann war es auf einmal wieder still. Nach langer Zeit der Ruhe blitzte auf einmal ein kleines Licht auf und bewegte sich langsam auf ihn zu. Ali erschrak.

„Wer ist da?“, rief er ängstlich ins Dunkel, denn das Lichtchen war augenblicklich verloschen.

Leises Kichern einer Mädchenstimme.

„Wer bist du – Freund oder Feind?“, fragte das Mädchen unsicher.

„Freund!“, antwortete Ali ebenfalls unsicher.

„Zeig dich, wenn du ein Freund bist!“

Das Mädchen entzündete wieder das kleine Flämmchen ihres Feuerzeugs und sah im Schein des Lichtes einen abgemagerten Jungen etwa in ihrem Alter. Dann bemerkte Ali, dass das Mädchen nicht alleine war. Hinter ihr standen noch zwei vermummte Gestalten. Sie schienen ebenfalls verunsichert zu sein.

„Wie heißt du und woher kommst du?“

„Ich bin Ali aus Bagdad und wer seid ihr?

„Ich heiße Ayasha und das sind meine Schwestern Fatima und Suleika. Wir wohnen hier. Das war früher einmal das Haus unserer Eltern. Sie wurden von Ungläubigen verschleppt und umgebracht – oh, gelobt sei Allah!“

Ali schwieg und betrachtete die drei vor ihm stehenden Gestalten.

Ayasha fragte erneut: „Wie bist du hierher gekommen?“

„Seit ich Sechs war, bin ich ohne Eltern. Soldaten haben sie erschossen und anschließend unsere erbärmliche Hütte niedergebrannt. Dann bin ich bei Nachbarn aufgewachsen, sonst wäre ich verhungert. Doch auch unsere Nachbarn mussten vor den Soldaten Saddam Husseins flüchten. Ich habe sie dabei verloren und bin dann alleine durch das Land geirrt. Jetzt bin ich hier, um mich auszuruhen, denn ich möchte weiter, wo kein Krieg herrscht, wo alle Leute genügend zu Essen und zu Trinken haben – irgendwo, hinter dem großen Wasser.“

„Lass uns zusammen gehen“, bat Ayasha.

„Ja, lass uns zusammen ins gelobte Land ziehen!“, baten nun auch Fatima und Suleika.

Inzwischen dämmerte es am Horizont. Über der Wüste ging langsam, im Dunst des kühlen Morgens, die Sonne auf und spendete erste Wärme und gleißendes Licht. Der Kriegslärm in der Ferne hatte sich etwas beruhigt. Hunger und Durst plagten aber die vier jungen Leute, die schon Tage nichts mehr Richtiges zu sich genommen hatten.

Ayasha forderte ihre Schwestern auf, sich um etwas Essbares zu kümmern. Sie selbst wollte bei Ali bleiben, denn so richtig Vertrauen hatte sie noch nicht. Fatima und Suleika verschwanden im Dunst des Morgens, um die dringend benötigte Nahrung zu besorgen. Ayasha und Ali blieben zurück und saßen schweigend gegenüber. Was sollten sie auch sagen. Ali war viel zu schwach, denn er hatte ja seit Tagen kaum gegessen und getrunken und ihm fielen immer wieder die Augen zu. Irgendwann schlief er vor Erschöpfung ein. In einem Fieberwahn begann er wieder zu träumen…:

 

In den Trümmern des Hauses fand sich eine alte Öllampe. Er wollte sie entzünden, um etwas Licht zu haben, aber es funktionierte nicht. Der Docht war zu kurz. Als er die Lampe dann drehte und schüttelte, zische es, es blitzte und der Öllampe entstieg ein Geist. Ali erschreckte sich fast zu Tode. Da schallte auch schon eine unbekannte Stimme: „Herr, was befielst du?“ Wieder erschreckte Ali. „Wer bist du?“, wollte der Junge ängstlich wissen. „Ich bin der gute Geist aus der Öllampe und erfülle dir jeden Wunsch! Sag ihn und im gleichen Augenblick wird er in Erfüllung gehen.“ – Gesagt, getan, Ali wünschte sich, dass er als Sultan in einem herrlichen Palast mit einem Harem von hübschen Dienerinnen herrschen würde. Und er liegt in den Armen seiner Lieblingsfrau, die ihm über den Kopf streichelt und mit Trauben füttert...

 

Da erwachte Ali aus seinem Schlaf. Ein Geräusch hatte ihn geweckt. Als er seine Augen aufschlug, sah er genau in Ayasha’s Gesicht, die sorgenvoll auf ihn blickte.

„Was ist?“

„Du hast im Schlaf gesprochen. Hast du geträumt?“

„Was habe ich gesagt?“

„Du hast von einer Öllampe erzählt. Das andere habe ich nicht verstanden, weil es so undeutlich war. Nur das ein Geist der Lampe entwichen ist.“

Ali zuckte mit den Schultern und sagte: „Ich weiß von nichts. Das hast du dir bestimmt nur ausgedacht.“

„Nein, bestimmt nicht.“

In diesem Moment erschienen auch die Schwestern Fatima und Suleika mit Fladenbrot, Obst, etwas Fleisch und Wasser. Es waren wohl bestimmt mehrere Stunden vergangen, denn die beiden Mädchen wirkten von dem beschwerlichen Weg sichtlich erschöpft. Gierig verzehrten die vier einen Teil der Lebensmittel. Sie waren jedoch noch zu schwach, um weiter zu ziehen. So mussten sie noch einige Tage in ihrem Versteck verharren, denn man konnte nie wissen, wer sich noch so alles hier herumtrieb.

 

Endlich, nach einer Woche konnten sie es wagen, auf die lange Reise ins gelobte Land zu gehen. Inzwischen vertrauten die drei Mädchen dem unbekannten Jungen und taten sich mit ihm zusammen. Gemeinsam waren das Leid und die ungewisse Zukunft besser zu ertragen. Am Tag versteckten sie sich, oder besorgten sich etwas zu essen. In der Nacht, im Schein von kleinen Lampen, versuchten sie die nächste Siedlung – oder was davon übrig war, zu erreichen. Größere Städte mieden sie lieber, denn dort war es zu gefährlich, von irgendwelchen Milizen entführt zu werden. Die hatten es ja besonders auf junge Frauen abgesehen und Ali hatte inzwischen Angst, seine hübschen Begleiterinnen zu verlieren. Und doch passierte es. Sie konnten aber im letzten Moment noch entwischen.

 

Wieder waren Tage vergangen. An einem Kontrollposten wurden dann Ali, Ayasha, Fatima und Suleika aufgegriffen. Irgendeine europäische Hilfsorganisation versorgte die vier Jugendlichen erst einmal mit Nahrung und brachte sie dann in ein Flüchtlingslager. Hier waren sie jedenfalls erst einmal vor den Milizen sicher.

Dann tauchte aber ein neues Problem auf – Ali und die Mädchen sollten getrennt werden. Es begann nun eine heftige Diskussion zwischen den jugendlichen Flüchtlingen und den Lagerverantwortlichen.

Mit Hilfe eines Dolmetschers konnte Ali endlich glaubwürdig behaupten: „Das sind meine jüngeren Schwestern und die Eltern haben mich beauftragt, dass ich mich um sie zu kümmern habe. Entweder wir bleiben zusammen, oder wir ziehen alleine weiter!“

Papiere über ihre Identität hatten sie ja nicht. Die waren in den Wirren der Kämpfe abhanden gekommen. Ayasha, Fatima und Suleika guckten Ali verblüfft an. Dann begriffen sie, was auf dem Spiel stand und küssten ihn einfach so als Zeichen, dass sie mit seiner Behauptung einverstanden waren. Nun war allerdings Ali überrascht, denn so was hatte er nicht erwartet, da solch eine Reaktion in der Öffentlichkeit hier keinesfalls üblich war. Die vier hatten Glück, ihnen wurde ein Zelt mit dem Notdürftigsten zugewiesen und es gab keine Mitbewohner. Erschöpft, aber auch erleichtert bezogen sie ihre neue Unterkunft.

Nun kristallisierte sich unter den Vieren eine gewisse Rangordnung heraus. Ali war der Mann im Hause und bestimmte, was gemacht wurde. Ayasha fühlte sich als älteste der drei Schwestern, als Hauptfrau. Sie war wie Ali, jetzt siebzehn Jahre alt. Wie der junge Mann später noch erfuhr, waren ihre Schwestern Fatima sechzehn und Suleika fünfzehn. Sie gehorchten daher ihrer Schwester aufs Wort.

 

Nur langsam gewöhnten sich Ali und die Schwestern an die neue Situation. Im Lager erhielten die jungen Leute eine Identität, wurden gesundheitlich betreut und bekamen regelmäßig Nahrung. Mit der Zeit gewöhnten sie sich aber an das Lagerleben, jedoch das zum Nichtstun verurteilt sein, nervte die jungen Leute. In ihrem Zelt hatten sie zwar genügend Platz, trotzdem kuschelten die vier nachts eng zusammen. Die Angst vor Übergriffen anderer Flüchtlinge ließ sie immer wieder in die äußerste Ecke ihres Zeltes kriechen. Das führte unwillkürlich zu Berührungen, die bei beiden Geschlechtern zu wundersamen Gefühlsausbrüchen führte. Gerade Ali kannte diese zwischenmenschlichen Beziehungen nicht, denn in seiner Kindheit hatte er nie menschliche Geborgenheit und Liebe bekommen. Überall wurde Ali nur mehr oder weniger geduldet. Er war daher überrascht, dass gerade die gleichaltrige Ayasha sich immer öfter an ihn schmiegte. Was sollte das? Ali wusste auf einmal nicht, was er mit seinen Gefühlen anfangen sollte. Woher sollte der Junge das auch wissen. Ihm hatte niemand sexuell aufgeklärt und nun kam da eine junge Frau, die bei ihm Geborgenheit suchte. Als Fatima und Suleika wieder einmal im Lager unterwegs waren, um Nahrung zu besorgen, nahm Ali all seinen Mut zusammen und fragte Ayasha:

„Sag, Ayasha, was soll das, dass du dich in letzter Zeit immer an mich kuschelst? Mir wird dabei ganz komisch und ich könnte dich ganz fest in meine Arme nehmen, aber ich weiß noch nicht einmal wie du aussiehst?“

„Ach Ali, du darfst mich erst sehen, wenn wir verheiratet sind. Hast du es aber immer noch nicht gemerkt, dass wir drei dich gern haben. Ich, als die Älteste, möchte gern einen Mann haben – groß und stark. Du bist so ein Mann. Also möchte ich von dir auch Kinder haben. Verstehst du das?“

„Schon, aber was machen wir dann mit deinen Schwestern? Die wollen doch sicher auch einen Mann, oder?“

„Ach Ali, mein Dummerchen, auch meine Schwestern möchten mit dir Kinder. Du bist unser Pascha und dafür verantwortlich, dass es uns gut geht.“

„Wie soll ich das, wenn ich keine Arbeit und kein Geld habe?“

„Dann besorg dir welche! Suleika, Fatima und ich werden uns schon um die Kinder kümmern und darauf achten, dass wir nicht verhungern.“

„Dann müssen wir hier weg. Im Lager gibt es keine Arbeit, wo ich Geld dafür bekomme. Wir müssen weiterziehen ins gelobte Land, wo Frieden ist, wo wir lernen und arbeiten können. Oh Allah, hilf uns!“

Ayasha und Ali schauten sich traurig an und nahmen sich zärtlich in die Arme. Dabei wollte Ali diese geheimnisvolle Frau küssen, aber sie ließ es nicht zu den Schleier zu lüften.

„Nein, Ali, erst müssen wir verheiratet sein. Dann kannst du mein Gesicht sehen und berühren.“

 

Die Nacht brach über dem Flüchtlingslager herein. Die drei jungen Frauen kuschelten sich eng an ihren „Mann“ und verkrochen sich in die hinterste Ecke ihres Zeltes. Trotz des Wüstenklimas war es nachts kalt und so lagen die vier gemeinsam unter einer Decke, die sie jedoch nur mäßig wärmen konnte.

Ali verfiel in einen tiefen, unruhigen Schlaf, immer mit einem Ohr auf Geräusche achtend. Dennoch erfassen ihn erneut Alpträume. Das Gespräch mit Ayasha beschäftigte ihn, umso mehr, da sie sich direkt mit ihrem Körper an ihn schmiegte.

 

Der Geist aus der Öllampe war Ali wieder erschienen und rief: „Herr, ihr habt mich gerufen. Was ist diesmal euer Begehr?“

„Bitte, Geist, hilf uns, dass wir hier wegkommen in ein friedliches Land, wo ich Ayasha heiraten und mit ihr Kinder zeugen kann. Ich möchte Schreiben und Lesen können und mit meiner Hände Arbeit Geld verdienen, um eine Familie zu ernähren.“

 

Mitten im Traum gab es eine ohrenbetäubende Explosion. Ali schreckte hoch und sah um sich. Alles war dunkel. Nur der Mond schien blass durch die Zeltplane. Gewehrfeuer und Schreie verletzter Menschen waren zu hören. Die drei Frauen drängten sich ängstlich zusammen.

„Ali, was war das? Ist wieder Krieg? Wollen die uns etwa totschießen?“, jammerte Suleika, die Jüngste.

Vorsichtig lugte Ali aus dem Zelt und sah im Schein des Mondes herumlaufendes Militär mit Maschinenpistolen, aber auch Tote und schreiende verletzte Frauen, Kinder und Alte, aber auch Hilfskräfte, die getroffen wurden.

Was war passiert? Das Lager wurde von Artelleriegeschossen einer feindlichen Miliz getroffen und hatte ein Teil der Zelte verwüstet. Soldaten dieser Miliz waren dabei, Frauen und junge Männer zu entführen.

Ayasha, Fatima und Suleika knieten nieder und begannen zu beten: „Oh Allah, hilf uns!“

Das Gebet hatte wohl geholfen, denn im Laufe des Tages beruhigte sich die Situation und es begannen die Aufräumarbeiten im Lager, wobei auch die vier jungen Leute halfen. Noch am selben Tag begann eine UN-Hilfsorganisation mit der Evakuierung der Flüchtlinge. Auch Ali und seine Frauen waren dabei. Mit LKWs wurden sie auf andere Flüchtlingslager verteilt, um in Sicherheit zu sein. Das Schicksal verschlug die vier nun in ein Flüchtlingslager nahe Beirut, der Hauptstadt des Libanons. Was Ali allerdings noch nicht wusste, seine Begleiterinnen hatte hier einflussreiche Verwandte. Über einen UN-Flüchtlingshelfer versuchte Ayasha mit ihnen in Kontakt zu kommen, was im Endeffekt dann auch klappte. Ayasha, Fatima, Suleika und Ali durften das Lager verlassen und begaben sich in die Obhut der Verwandten, denn in ihrem Lager herrschte das blanke Chaos. Die Flüchtlinge waren mehr oder weniger auf sich selbst angewiesen und vegetierten förmlich dahin.

Ali ging es durch den Kopf: „Sollte der Geist aus der Öllampe doch etwa seine Finger im Spiel gehabt haben?“ Wurde sein Traum nun doch Wirklichkeit? Ali wagte gar nicht daran zu denken.

 

Nun waren sie erst einmal in Sicherheit, wenn auch noch nicht im gelobten Land, denn das war für sie Deutschland. Dort wollten sie hin und eine neue Existenz in Frieden aufbauen. Um das zu erreichen, brauchten sie aber die Hilfe der Verwandten. Als erstes wollte Ayasha ihren Ali heiraten. Dazu mussten die vier aber Papiere haben, die sie noch nicht hatten. Hier in Beirut war das kein Problem. Innerhalb von vierzehn Tagen waren offizielle Pässe besorgt, sowie entsprechende Visa für Deutschland.

 

Endlich konnte geheiratet werden. Ein herbeigerufener Imam vollzog die Trauung in Anwesenheit von Ayasha’s Schwestern und der Verwandtschaft. Ali durfte zum ersten Mal den Schleier seiner Frau lüften und sah in das Gesicht einer bildhübschen Irakerin – ganz so, wie die Prinzessin seiner Träume aus tausend und einer Nacht. In seiner Aufregung vergaß er fast, sie zu küssen. Ayasha rettete die Situation in letzter Sekunde und flüsterte: „Du darfst mich jetzt küssen, Ali. Ich bin deine Frau!“

Nach der Feier ging es ins Hochzeitszimmer, um die Hochzeitsnacht zu vollziehen. Doch, oh Schreck, als Ali zu seiner Frau ins Bett steigen wollte, kicherten ihm drei nackte Weiber entgegen, die sich auf den seidenen Kissen platziert hatten. Eine war schöner als die Andere, nur dass ihre Gesichter verschleiert waren und Ali so seine Frau nicht erkennen konnte. Ayasha, Fatima und Suleika glichen sich wie Zwillinge.

„Verdammtes Weibervolk!“, stöhnte Ali vor sich hin.

Ihm blieb nichts anderes übrig, sich selbst zu entkleiden und dann jeden einzelnen Schleier zu lüften, um die Richtige zu finden. Es war jedoch gar nicht so einfach, denn die drei bewegten sich wie Schlagen um seinen Körper und ließen keine Gelegenheit aus, den Mann bis aufs Äußerste zu reizen. Endlich hatte es Ali geschafft und hielt seine Liebste in den Armen. Ohne lange zu fackeln, drang Ali in die junge Frau ein und raubte ihr die Jungfräulichkeit. Ihre Schwestern kuschelten sich an und beobachteten ganz genau, was da so passierte.

Kaum hatte Ali’s Liebesstab die befruchtete Höhle verlassen, reinigten Fatima und Suleika ihre Schwester vom Blut. Es war für die Beweisführung, dass sie keusch und noch jungfräulich war. Am nächsten Tag wurde dieses Tuch der Familie präsentiert, um den Beweis zu erbringen.

Wenn Ali dachte, er hätte in dieser Nacht nun Ruhe und könnte sich von der Anstrengung erholen, so hatte er sich geirrt. Nun ging es erst richtig los. Ayasha war unersättlich. Und die beiden anderen Weiber waren nicht minder geil, nur das Äußerste – den Raub deren Jungfräulichkeit - ließen die zwei Teenies nicht zu. Vielleicht später einmal, falls sie bei der Schwester und deren Mann bleiben wollten. Am nächsten Tag erwachte Ali aus einem traumlosen Schlaf. Neben ihm kuschelten drei nackte weibliche Körper an dem erschöpften Mann.

 

Es war endlich soweit. Die vier konnten mit einem Flugzeug nach Europa einreisen. Sie wollten unbedingt nach Deutschland, denn auch dort wohnten Verwandte von Ayasha’s Familie. Sie lebten im Süden Deutschlands und es war aber gar nicht so einfach, dort hin zu kommen. Bereits auf dem Flughafen in Frankfurt wurden die jungen Leute aussortiert, ihre Papiere überprüft und kamen erneut in eine Flüchtlingsunterkunft. Da half kein protestieren, denn die vorgelegten Dokumente waren nicht in Ordnung. Und da waren sie keine Ausnahme, denn viele hatten gar keine Papiere. Ali und Ayasha, sowie deren Schwestern Fatima und Suleika erhielten ein Zimmer in der Erstaufnahmeeinrichtung, wo sie einen Asylantrag stellen konnten. In ihrem Zimmer standen zwei Doppelstockbetten, zwei Schränke, ein Tisch und vier Stühle. Küche, Bad und Toiletten waren Gemeinschaftseinrichtungen. Dann hieß es warten, bis eine Entscheidung getroffen wurde. Das konnte jedoch dauern, also richteten sie sich häuslich ein. Damit war Ali’s Traum erst einmal geplatzt.

Was sollte er nur machen? Wieder den Geist der Öllampe anrufen? Vielleicht würde es ja klappen.

Die erste Nacht im Erstaufnahmelager brach herein. Nur langsam zog Ruhe ins Gebäude und Ali konnte ans schlafen denken. Wenigstens war ihr Zimmer verschließbar und so vor Übergriffen anderer Flüchtlinge geschützt. Ayasha wollte allerdings nicht allein im Bett schlafen. Also musste Ali sich mit seiner Frau ein schmales Bett teilen. Auch Fatima und Suleika lagen zusammen in einem Bett, aber das kannten sie ja schon von früher.

Ali und Ayasha lagen noch nicht lange zusammengekuschelt, da ereilte ihn schon der Traum vom Geist aus der Wunderlampe.

 

„Was willst du schon wieder, Ali? Du hast doch alles – eine liebe Frau, Frieden, ein Schloss und zu essen“, schimpfte der Geist

„Nein Geist, das ist kein Schloss, sondern nur eine alte Kaserne, wo noch viele andere Leute wohnen. Unsere Asylanträge sind noch immer nicht bearbeitet. Ich darf nicht arbeiten und so meine Familie ernähren und damit bin ich auf Almosen angewiesen. Das will ich nicht. Ich will die Sprache und einen Beruf lernen. Ich möchte in einem Haus, zusammen mit meiner Frau und deren Schwestern leben, wo im Garten Blumen und Sträucher blühen und kleine Springbrunnen Feuchtigkeit und Kühle versprühen.“

„Ich bin nur ein kleiner Geist und kann dir nicht alle Wünsche erfüllen. Begnüge dich mit dem was du hast!“

 

Damit verschwand der Geist aus Ali’s Träumen für immer.

 

Ali schrak hoch und stieß mit dem Kopf ans obere Bett. Ayasha hatte ihren Mann angestoßen und sagte zu ihm: „Ali, du hast schon wieder im Schlaf gesprochen.“

„Was hab ich?“

„Du hast im Schlaf gesprochen, aber ich habe es nicht verstanden.“

„Ach, das hast du nur geträumt, mein Schatz.“

 

Tage, Wochen, Monate vergingen. Nichts geschah. Ali und die drei Frauen wohnten immer noch in der Erstaufnahmeeinrichtung. Müßiggang schlich sich in das Leben der vier ein.

Endlich konnten sie an einem Lehrgang teilnehmen, wo sie die deutsche Sprache erlernen konnten. Es war jedenfalls erst einmal ein Anfang, um in Deutschland Fuß zu fassen. Ali’s neue Familie schöpfte Mut. Ihm fiel es allerdings besonders schwer. Als armes Kind konnte Ali nie eine Schule besuchen, denn er musste den Eltern auf dem Land helfen. Anders erging es dagegen den drei Mädchen. Ihre Eltern waren reiche Leute, ehe sie verschleppt wurden So konnten die Töchter schon früher eine Schule im Irak besuchen und hatten somit eine bescheidene Ausbildung. Für Mädchen war das etwas Besonderes, denn sonst hatten sie nur selten Zugang zu allgemein bildenden Schulen.

Ayasha, Fatima und Suleika lernten daher schnell. Ali war auf deren Hilfe angewiesen, aber trotzdem musste er sich bemühen, mit den anderen Schritt zu halten. Nach einem halben Jahr waren die vier dann doch so weit, dass sie deutsch lesen und schreiben konnten. Nun ging es darum, eine Ausbildung zu finden. Nur, bei Ayasha war es schon ersichtlich, dass sie schwanger war. Daher bereitete sie sich lieber auf die Geburt ihres Kindes vor. Fatima und Suleika dagegen, verdingten sich als Dolmetscherinnen im Aufnahmelager, was ihnen viel Sympathie unter den syrischen und irakischen Landsleuten einbrachte. Nur Ali wusste nicht so recht, was er machen sollte. Also ließ er sich erst einmal als Erntehelfer in der Landwirtschaft anwerben. Das war das einzigste, was er in der Kindheit gelernt hatte. Dabei fiel zumindest noch etwas zusätzlich Essbares für die Familie ab. Der Landwirt erkannte sehr schnell, dass sich Ali auf dem Feld und im Stall nicht ungeschickt anstellte und dort schnell selbständig arbeiten konnte.

 

Und dann brach die Flüchtlingswelle über Deutschland herein. Aus aller Herren Länder kamen erschöpfte Menschen über den Balkan ins gelobte Land. In der Erstaufnahmeeinrichtung wurde es langsam eng. Im Zimmer von Ali’s Familie sollten noch weitere Flüchtlinge einziehen – und das, obwohl seine Frau inzwischen hochschwanger war und jederzeit entbinden konnte.

Ali protestierte bei der Leitung der Einrichtung, doch ohne Erfolg. Bereits am darauffolgenden Tag wurden seinem Zimmer weitere Frauen zugewiesen. In seiner Verzweiflung wandte sich das Familienoberhaupt an seinen Arbeitgeber und bat ihn um Hilfe.

In einer Arbeitspause auf dem Feld sprach er den Bauer an: „Bauer, könnt ihr mir helfen? Wir wohnen zu viert in einem Zimmer und meine Frau bekommt bald ihr Kind. Nun sind noch zwei fremde Menschen in unser Zimmer gekommen und wir können uns kaum noch bewegen. Leider sind unsere Asylanträge noch immer nicht bearbeitet worden.“ Ali machte ein trauriges Gesicht und sah seinen Arbeitgeber flehend an.

„Ali, du bist ein guter Arbeiter und mir sehr behilflich. Ich werde versuchen, dir eine ordentliche Wohnung zu besorgen – und wenn du hier auf meinen Hof mit wohnen musst. Gleich morgen früh gehen wir zusammen zum Amt und regeln das.“

„Danke, Bauer! Danke, danke! Allah sei mit dir!“

„Ist doch gern geschehen. Meine Frau freut sich schon, deine Frau und ihre Schwestern kennenzulernen.“

Der Bauer war Abgeordneter der Gemeindevertretung und begab sich am nächsten Morgen mit Ali zum Bürgermeister. Der war bereits schon informiert und hatte gleich jemanden von der Ausländerbehörde des Kreises hinzugezogen.

Nach längeren Verhandlungen mussten noch die drei Schwestern kommen und die entsprechenden Dokumente unterschreiben. Danach durfte Ali mit Frau und Schwägerinnen das Erstaufnahmelager verlassen. Da der Bürgermeister aber keine Wohnung zur Verfügung hatte, nahm der Bauer die vier Flüchtlinge bei sich auf und gewährte ihnen Unterkunft. Einen Wehrmutstropfen gab es jedoch – ihren Status als anerkannte Flüchtlinge bekamen sie noch nicht. Das dauerte…

Ali’s Familie wurde jedoch herzlich aufgenommen und wurde fester Bestandteil der Wirtschaft. Besonders die Bäuerin freute sich, durch Ayasha eine tatkräftige Hilfe in ihrem Hofladen zu haben. Wenn Fatima und Suleika nicht übersetzen mussten, halfen die beiden ebenfalls in der Landwirtschaft ihres Vermieters.

Irgendwann gebar dann Ayasha auch ihr Baby – ein Junge, der nach Ali’s Vater ebenfalls Oman genannt wurde. Die Freude über den Sohn war groß und zu Ehren des neuen Erdenbürgers schlachtete der Bauer ein Schaf, wie es im Irak üblich war.

Nach der Feier war Ali nicht mehr ganz nüchtern und so schlief er bereits am Tisch ein.

 

Und da war er wieder, der Traum vom guten Geist aus der Öllampe:

„Danke, guter Geist, du hast uns wirklich geholfen. Wir leben hier in Frieden, haben Arbeit und reichlich zu essen. Ich habe eine liebe Frau und bin stolz auf einen gesunden Sohn. Danke!“

 

Eine zarte Hand rüttelte an Ali’s Arm. „Ali komm, du musst schlafen gehen. Morgen früh ruft die Arbeit. Ayasha ist mit Oman schon im Schlafgemach. Lass sie schlafen und komm zu mir“, bat Fatima leise und zog den Mann ihrer Schwester vom Stuhl hoch. Ali ging einfach mit und landete so im Bett seiner Schwägerin. Doch was war das, da lag ja schon jemand? Suleika hatte sich heimlich nackt ins Bett ihrer Schwester gelegt und wartete auf ihr kommen. Überrascht sah sie, dass diese ihren Schwager hinter sich her zog. Blitzschnell zogen sich beide aus und wollten ins Bett, als sie die Schwester bemerkten.

„Was machst du hier?“, zischte Fatima.

„Ich will das Gleiche, was du vorhast!“, zischte Suleika zurück.

„Na gut, dann teilen wir uns den Mann!“, lachte Fatima.

Und ehe sich Ali versah, vernaschten die beiden Schwestern ihren Schwager nach allen Regeln der Kunst, so dass ihm Hören und Sehen verging. Er zum frühen Morgen gaben die beiden Teufelinnen Ruhe und verfielen in einen tiefen Schlaf. Ali allerdings verschwand noch rechtzeitig zu seiner Frau und kuschelte sich an, so dass sie nichts merkte und verliebt an seiner Seite schnurrte.

Spätestens nach einem viertel Jahr war jedoch klar, dass Fatima und Suleika ebenfalls ein Baby bekamen. Ali guckte dumm. Seine Frau Ayasha schmunzelte und der Familie des Bauern war es egal, denn Hauptsache die Arbeit litt nicht darunter.

 

 

Das Geschenk des Marquis von O

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Der Marquis von O gehörte einem alten französischen Adelsgeschlecht an, doch gab es sich stets wenig adelig. Nicht, dass er ein schlimmer Finger war und Dinge trieb, die eines Verbrechers würdig waren, aber er hatte ganz andere Dinge drauf, die sich meist im Geheimen und unbeobachtet von der Welt abspielten.

Nur wenige auserwählte Herren und einige noch vorzüglichere Damen waren daran beteiligt. Sie schwiegen stets beharrlich darüber, was sich in den Gemäuern des Schlosses von Marquis von O abspielte, wenn sie mal wieder einem geheimen Treffen beiwohnten. Aber in ihren Gesichtern zeigte sich anschließend stets eine Zufriedenheit, die für sich selbst sprach. Und man meinte hinter vorgehaltener Hand, dass jeder, der einmal dabei gewesen war, stets gerne wiederkommen würde.

Comte Barzelus hatte zum ersten Mal die Einladung des Marquis bekommen, in dem von einem besonderen Geschenk die Rede war. Davon war der Comte ganz überrascht worden, denn er hatte jenen nur einmal getroffen und aus einer kniffligen Situation befreit, als der Marquis in die Fänge übler Gesellen zu geraten schien. Er hatte ihm im Wald von C beigestanden und das Diebsgesindel vertrieben, die den Marquis überfallen hatten. Der Marquis hatte ihm damals nur kurz und wortkarg gedankt, war dann eiligst ohne ein weiteres Wort davon geritten. Das sprach aus Sicht des Comte nicht gerade von Höflichkeit.

Doch nun kam vor einigen Tagen dieser Brief mit der Einladung und Worten des Dankes. Offenbar wollte der Marquis von O es gut machen, was damals etwas knapp geriet. Der Comte Barzelus nahm diesen verspäteten Dank an und antwortete von O dementsprechend. Und nun war der Termin heran, sich zum Schloss des Marquis zu begeben und mehr zu erfahren. Schließlich rankten sich ja so einige Geschichten um die geheimen Veranstaltungen in diesem Hause. Und die Gerüchteküche brodelte in den Herrenhäusern der Umgebung. Aber wie immer wusste niemand etwas Genaues und es wurden blühende Phantasien erzählt.

 

Das Schloss machte einen guten Eindruck, als der Comte es erreichte. Die Anlagen wirkten alle gepflegt, das Mauerwerk gut in Schuss.

Er wurde freundlich von einem Diener des Hauses begrüßt. „Seid gegrüßt, Comte Barzelus, der Marquis erwartet euch in seinen Geschäftsräumen. Ich werde euch hinbringen.“

Der Comte dankte mit einem Kopfnicken. Sein Pferd nahm einer der bereitstehenden Pferdeknechte des Marquis in Empfang und er folgte dem Diener ins Innere des Hauses.

Es war durchaus wohnlich eingerichtet. Nicht zu prunkvoll, nicht zu karg. Hier ließ es sich bestimmt gut leben. Der Marquis von O schien Geschmack zu haben.

Dann standen sie vor einer schweren Tür, die prunkvoll verziert war.

„Treten sie nur ein“, meinte der Diener. „Der Herr erwartet sie dort bereits.“

Mit diesen Worten zog er sich zurück und ließ den Comte allein. Barzelus zog die Tür auf und blieb erstaunt stehen, als er sah, was der Marquis gerade machte.

Doch dem schien diese plötzliche Störung gar nicht zu stören!

„Kommen sie nur rein, lieber Comte Barzelus und machen sie es sich gemütlich.“

Barzelus betrat den Raum etwas zögerlich, blieb dann aber unmittelbar am Eingang stehen. Er sah eine Dame auf einem Kanapee, die ganz offensichtlich dem Marquis freiwillig Busen und Schoß darbot, was dieser sichtlich genoss und genau zu untersuchen trachtete.

Der Marquis schien nichts daran zu finden, dass sein Gast zuschaute. Und die Dame lächelte jenen freundlich an, als wäre es das Normalste von der Welt, dass jemand ein Liebesspiel eines fremden Paares beobachtete.

„Nun treten sie schon näher, lieber Comte“, ließ sich der Marquis nochmals vernehmen. „Wir freuen uns, sie hier in meinem Schloss begrüßen zu dürfen. Ich habe schließlich etwas bei ihnen gut zu machen. Sie erinnern sich?“

Comte Barzelus nickte. Er erinnerte sich sehr gut an das, was geschehen war. Schließlich rettete man nicht immer einen Harrn vor üblem Gesindel.

„Ich war damals sehr überhastet aufgebrochen und habe mich gar nicht richtig für eure Hilfe bedankt lieber Comte. Das will ich heute Abend nachholen und sie herzlich bei einem meiner legendären Feste begrüßen.“

Bei diesen Worten spielte er mit den Nippeln der Frau, die sich durch diese Anregung schnellsten aufrichteten.

„Du bist ja ganz heiß, mein Täubchen!“, wandte sich der Marquis, dem dies nicht entgangen war, an die Frau.

„Ja, das bin ich, Herr!“

Ihre Stimme hatte etwas Liebreizendes an sich, das ließ sich nicht leugnen. Sie hatte das gewisse Etwas, was dem Comte nicht entging. Auch was die Frauen betraf, hatte der Marquis einen sehr guten Geschmack. Das musste der Comte neidlos anerkennen.

„Umso besser, dann kannst du doch sicher meinem neuen Freund, Comte Barzelus zu Diensten sein.“ Er drehte sich danach wieder dem Comte zu. „Sie ist wirklich eine der besten Frauen, die mir zu Diensten sind. Haben sie keine Scheu, Comte. Sie ist gut und versteht ihr Handwerk bestens.“

„Aber...“, versuchte Comte Barzelus einen Einwand zu erheben. So schön die Frau sich auch die Dame in ihrer aufreizenden Gestalt präsentierte, es war doch überraschend, was ihm da gerade der Marquis anbot.

Doch ehe er weiter überlegen konnte, fiel ihm der Marquis ins Wort. „Nichts aber. Nehmen sie die Dame ruhig, denn sie ist heiß darauf, einen neuen Mann kennenzulernen. Nicht wahr, mein Täubchen?“

„Oh ja, Herr. Ich bin sicher, dass der Comte an mir Gefallen finden wird.“ Damit drehte sie sich auf dem Kanapee so, dass Comte Barzelus sie in voller Pracht sehen konnte. Ihre Brüste waren von wohlgeformter Gestalt und ihre Lust sauber frisiert. Sie sah wirklich bezaubernd aus. Selbst ihre pompöse und etwas übersteigert wirkende Hochsteckfrisur machte eine glänzende Gestalt.

„Nun, tun sie sich keinen Zwang an!“ Es war schon fast eine Aufforderung, die der Marquis aussprach.

„Nun ja, Marquis. Ich bin dergleichen eigentlich nicht gewohnt. Ich danke ihnen erst einmal herzlich, dass sie mich auf ihr Schloss geladen haben. Aber ob ich für so etwas bereit bin, ich weiß nicht so recht!“

„Nur keine falsche Scham, wir sind hier unter uns. Betrachten sie es als den ersten Teil meines Dankgeschenkes. Zudem ist es die beste Vorbereitung für das Fest an diesem Abend.“ Der Marquis lächelte dabei etwas verschwörerisch und der Comte wurde noch unsicherer. Waren die geheimen Feste etwa etwas Erotisches, eigentlich Unerhörtes? Es sah ganz danach aus.

„Ich sehe sie überlegen?“, meinte der Marquis. „Und ich kenne, denke ich, auch die Antwort auf ihre Überlegungen. Ja, meine geheimen Feste sind Spiele der Lust. Alles ganz so, wie es den Herren und Damen beliebt. Alles ist erlaubt, was Spaß macht.“

Der Comte nickte. „Das ist also ihr Geschenk, ihr Dank an mich. Schon seltsam.“

„So ist es. Und ich hoffe, sie nehmen es an. Es soll nicht zu ihrem Nachteil sein.“ Der Marquis sah ihn mit fast schon fordernden Augen an.

Comte Barzelus grübelte weiter. Es war schon verlockend und er war auch nicht allzu prüde. Zudem war er völlig ungezwungen, da er noch nicht den heiligen Bund der Ehe eingegangen war und somit auch nicht Ehe brach. Von dieser Seite aus sprach wohl nichts dagegen, wäre da nicht die moralische Seite in ihm. Doch dann rang er sich zu einem Entschluss durch. „Also gut, Marquis von O, sie haben mich überredet.“

„Das freut mich doch. Und nun kommen sie endlich herein, damit wir dieses zauberhafte Geschöpf in vollen Zügen genießen können.“

Der Comte trat vollends in den Raum und zog die Tür hinter sich zu. Danach begab er sich zum Kanapee.. Kaum, dass er dort angekommen war, machte sich auch schon die nackte Dame an ihm zu schaffen und befreite den inzwischen erregten Luststab aus seiner Einzwängung. Denn trotz aller Beherrschung hatte er nicht vermeiden können, dass seine Männlichkeit einen Freudenwuchs veranstaltete und kaum noch durch die Hosen zu bändigen gewesen war.

Danach begann sie, ihn zu umsorgen, währenddessen sich der Marquis weiter an ihr zu schaffen machte.

Es dauerte nicht lange, bis alle in den höchsten Wonnen angekommen waren. Inzwischen hatte der Comte die letzten Bedenken fortgewischt, denn die Lust regierte ihn jetzt. Das wollte er nur noch genießen. Es war wirklich ein toller Dank, den sich der Marquis in seiner Schuld ausgedacht hatte.

Und letztendlich wartete Comte Barzelus gespannt darauf, was der Abend bringen würde. Auf jeden Fall würde viel Lust dabei sein, Das schien sicher. Und es störte ihn nicht mehr. Er würde dieses Geschenk in vollen Zügen genießen.