1

Bahlinger Eck – Neunlinden – Liliental

Gehzeit 5.40 h

C

Panoramaweg auf dem Kaiserstuhl

Der Kaiserstuhl bietet in den Wiesen des Naturschutzgebiets Badberg unterhalb der Eichelspitze traumhafte Panoramen über das Innere des Kaiserstuhl-Vulkans hinweg zu den Vogesen, während im Südosten die höchsten Schwarzwaldberge rufen und der Neunlindenturm an der höchsten Erhebung des Kaiserstuhls noch einmal eine fantastische Rundschau gewährt – eine ideale Wanderung auch im Frühjahr, wenn die hohen Berge noch ihr Schneekleid tragen.

Ausgangspunkt: Bahlinger Eck (434 m), Wanderparkplatz an der Passstraße Bahlingen – Oberrotweil. Höhenunterschied: 750 m. Anforderungen: Wanderung auf insgesamt eher leichten Wegen, mit zuweilen steilen Passagen. Einkehr: Liliental.

Vom Parkplatz Bahlinger Eck (1) an der Passstraße Bahlingen – Oberrotweil führt der mit der gelben Raute markierte Neunlindenpfad südwärts durch einen Buchenhochwald und dann in sachtem Anstieg aussichtsreich durch das Naturschutzgebiet Haselschacher Buck und Badberg zur Panoramasitzbank Degenmatten: Von den Wiesen schweift der Blick über das Innere des Kaiserstuhls und über die Rheinebene zu den Vogesen, halb rechts zeigt sich zwischen Bäumen der Kapellenturm auf dem Katharinenberg, während sich halb links die Sendetürme auf dem Totenkopf recken, der höchsten Erhebung des Kaiserstuhls. Der naturbelassene Wiesenweg senkt sich mit Vogesenblick zum Rastplatz Öhmdsmatten an der Wegeverzweigung bei der Schutzhütte Robert-Meier-Hütte. Hier zweigt halb links der ebenfalls mit der gelben Raute markierte Eichstetter Geopfad ab und führt zur Eichelspitze (2), der zweithöchsten Erhebung des Kaiserstuhls, und zum Eichelspitzturm. 127 Stufen führen im verzinkten Aussichtsturm zur Panoramaplattform, wo sich in 28 m Höhe ein erstklassiger Rundblick über den Kaiserstuhl, die Breisgauer Bucht, über den Schwarzwald und die Vogesen bietet. Bei klarer Sicht schweift der Blick bis zur Hornisgrinde im Nordschwarzwald. Vom Turm führt ein schmaler Waldpfad abwärts und mündet am Waldrand in den Neunlindenpfad, der in den Wiesen mit Blick zum Totenkopf und auf die Kirche von Alt-Vogtsburg abwärtsführt, links gibt der Wald nach und nach den Blick frei auf das Markgräflerland, auf die höchsten Schwarzwaldberge und auf Freiburg. Nach Queren der Passstraße Oberrotweil – Bötzingen am Wanderparkplatz Vogelsang (3) führt der Neunlindenpfad mit hervorragendem Hochschwarzwaldblick zum Wald hinauf, in dem der zuletzt steile Schlussspurt zum Rastplatz am steinernen Neunlindenturm (4) auf dem Neunlindenbuck beginnt. Am Neunlindenturm vorbei führt der Weg Richtung Sendeturm hinab in den Sattel vor dem Totenkopf und hier links steil abwärts im Wald. An der ersten Wegespinne zweigt ein Forstweg links hinab zur ausgeschilderten Rasthütte Adlernest (5), an der sich erneut ein weiter Ausblick vom Hörnleberg über Kandel und Rosskopf zum Schauinsland und zum Feldberg bietet. Auf dem Adlernestweg kann man direkt zum Vogelsangpass zurückwandern, lohnend ist jedoch der Abstecher zum ab 1958 angelegten Arboretum im Liliental: Vom Adlernest senkt sich der Weg durch die westlichen Ausläufer des Arboretums Liliental, wo das Hofgut Lilienhof (6) zur Einkehr einlädt. Vom Lilienhof führt der Rundwanderweg 2 nordwärts durch das parkartige Gelände des Arboretums zu den Mammutbäumen und senkt sich an der Eschensammlung vorbei rechts hinab zur Hütte am Oberen Mühlentalweiher (7) im Liliental. Im Tal geht es aufwärts, zunächst mit dem Liliental-Rundwanderweg 3, und dann, sobald dieser links zurückführt, rechts hinauf zum vom Adlernest herüberführenden Wanderweg: Dieser führt rechts zurück zum Vogelsang-Pass (3), von dem der Neunlindenpfad in einem Panorama-Finale durch die aussichtsreichen Wiesen zurück Richtung Ausgangspunkt leitet. Diesmal geht es an der Waldrand-Verzweigung geradeaus und zurück zum Bahlinger Eck (1). Hier lohnt abschließend die vor allem im Abendlicht sehr schöne Waldrandwanderung zur Katharinenkapelle, die erneut eine wunderbare Aussicht bietet. Der von einer barocken Wallfahrtskapelle überhöhte Gipfel des sagenumwobenen Katharinenbergs (8) ist der nördliche Hauptgipfel des Kaiserstuhls und der Endinger Hausberg. Beim Gipfelkreuz öffnet sich der Blick über die Rheinebene hinweg auf die mittleren Vogesen und vor der Kapelle fällt der Blick über Endingen hinweg zum Schwarzwald. Vom Turm der Kapelle (kann nur sonntags bestiegen werden) ist bei klarer Sicht der Turm des Straßburger Münsters zu sehen. Bänke und Tische laden vor der Kapelle zur Rast, während der Wandersaison sind an Sonn- und Feiertagen Erfrischungen erhältlich. – Auf demselben Weg geht es zurück zum Bahlinger Eck (1).

Rebfluren
Typisch für die Gegend rund um den Kaiserstuhl sind die weitläufigen Rebfluren.

2

Waldkirch – Kandel – Waldkirch

Gehzeit 7.00 h

8C

Zweitälersteig und Kandel-Höhenweg

Der Kandel ist ein herausragender Aussichts-, Kletter- und Drachenflugberg. Der markante Bergstock, den die Sagen als »Hexentanzplatz des Breisgaus« kennen, erhebt sich im Westen des Naturparks Südschwarzwald zwischen den Tälern von Elz, Glotter und Wilder Gutach mit einer alpinen Reliefenergie von fast 1000 Höhenmetern – entsprechend Kondition verlangt der mit einem Herz markierte Zweitälersteig beim Aufstieg. Der Abstieg folgt dem Klassiker Kandel-Höhenweg.

Ausgangspunkt: Bahnhof Waldkirch (280 m), Bahnhofsplatz 1; Breisgau-S-Bahn-Linie Freiburg – Waldkirch – Elzach. Höhenunterschied: 1080 m. Anforderungen: Kondition erfordernde Bergwanderung mit felsigen Passagen; festes Schuhwerk und Trittsicherheit. Einkehr: Waldkirch, Kandelrasthaus, Naturfreundhaus Rohrauer Hütte, Altersbach. Hinweis: Mit dem Bus Waldkirch Bahnhof – Kandel lässt sich die Tour teilen.

Vom Bahnhofsplatz vor dem Bahnhof Waldkirch (1) führt die Bahnhofstraße ortseinwärts, überquert die Elz auf dem autofreien Jünglingssteg – im Blick auch der Jungfernsteg, die nächste Brücke flussaufwärts – und erreicht den autofreien Marktplatz im Herzen des Luftkurorts Waldkirch, dem wirtschaftlichen und kulturellen Zentrum des Elztals zwischen Kandelmassiv und Kastelberg. Am Ende der Fußgängerzone geht es rechts durch die Kirchstraße an der Bushaltestelle vorbei und an der Gabelung links durch die Propsteistraße mit der barocken Stiftskirche von Peter Thumb und dem Elztalmuseum. Nach Passieren des Museums führt die Schwarzenbergstraße rechts weiter über das Dettenbächle, bis an der ersten Kreuzung die Stichstraße Am Buchenbühl an einem Parkplatz vorbei zum Wald am Stadtrainsee (2) führt. Hier verlässt der Zweitälersteig an einem Kinderspielplatz die Stadt, und auf geht’s in Serpentinen auf einem Pfad, der auch als »Sinnesweg« ausgeschildert ist: Wer genügend Zeit mitgebracht hat, kann an der ausgeschilderten Baumkronenweg-Verzweigung einen Abstecher zum Abenteuerpfad »Baumkronenweg« unternehmen und durch die Baumwipfel wandern. Der Zweitälersteig gewinnt im Wald stetig an Höhe und erreicht die Verzweigung an der Schwarzenberghütte (3) nahe der Ruine Schwarzenberg, die im Rahmen eines kurzen Abstechers erreichbar ist. Im Sattel zwischen Kranzkopf und Gullerkopf (4) vereinigt sich der Zweitälersteig mit dem legendären Präsident-Thoma-Weg, der gleich darauf am Moosbühl als Kammpfad zwischen Glottertal und Elztal stetig an Höhe gewinnt, ehe der felsige Serpentinensteig durch die Kandelwand beginnt und auf einem Felsvorsprung die Thomashütte (5) erreicht ist – ein exzellenter Rastort mit herrlichem Tiefblick ins Glottertal sowie über die Rheinebene hinweg zu den Vogesen. Von der Thomashütte führen Zweitälersteig und Präsident-Thoma-Weg zur Verzweigung am Hoschgetkreuz (6), wo der Schlussanstieg beginnt, vor dem aussichtsreichen Hessfelsen rechts in Bergwiesen steil hinauf zur Kandelpyramide (7) mit Panorama-Orientierungstafel auf dem Gipfel. Von der Kandelpyramide führt der Zweitälersteig hinab zum Kandelrasthof, neben dem sich die Bushaltestelle der Linie zum Bahnhof Waldkirch befindet. Nach Queren der Straße führt der Kandel-Höhenweg (K-Markierung) in aussichtsreichen Wiesen sacht aufwärts, führt dann in etwa parallel zur Straße zum Wald hinab, dort an der ersten Verzweigung links auf einem grasigen Weg, der sich bald zum Wurzelpfad verschmälert und zwischendurch in Windwurfgelände hervorragende Aussicht bietet. An der ersten Felsgruppe führt der Pfad links vorbei und an der zweiten rechts, die Straße entfernt sich an einer Serpentine, während der Pfad im Wald rasch an Höhe verliert, sich zum grasigen Weg weitet und sich vorübergehend mit dem Josef-Seger-Rundweg vereinigt. Am Waldparkplatz Kohlplätze (8) wechselt der Kandel-Höhenweg auf einen Forstweg, der auf dem Kandelrücken bergab durch den Wald führt. An einer Sitzbank verlässt der Weg den Kandelrücken und leitet steil links hinab durch die Flanke auf einem schmalen, steinigen Waldweg, der sich schließlich zum Pfad verschmälert und zur Bushaltestelle Gaisfelshütte am Naturfreundehaus Rohrauer Hütte hinabführt. Hier bietet sich ein schöner Blick auf die Talhänge gegenüber und auf die Rheinebene. Unterhalb der Straße folgt der Kandel-Höhenweg einem steinigen Pfad durch den Wald, quert die Straße und erreicht eine Sitzbank mit Blick auf das Elztal, Waldkirch und die Rheinebene. Hier wechselt der Kandel-Höhenweg links auf einen Pfad unter alten Tannen und Buchen in blockreichem Wald. Bald weitet sich der schöne Pfad zum Weg, dieser mündet an der Verzweigung Wasserfall – von einer Holzbrücke ist der kleine Wasserfall gut zu sehen – in den Rotwasserweg (9), der dem Bächle hinab zum Hotel Altersbach (10) folgt. Oberhalb der Straße geht es im Wald abwärts, bis die K-Markierungen links zeigen und dem »Alten Kandelweg« an den Rand der Bebauung von Waldkirch folgen: Allmendweg, geradeaus übergehend in Tannenweg und rechts versetzt auf der Kandelstraße abwärts, die bis in die Altstadt führt. Vom Marktplatz ist es nicht mehr weit zum Jünglingssteg über die Elz und zum Bahnhof Waldkirch (1).

Kandel
Nicht nur Wanderer kommen auf dem Kandel auf ihre Kosten: Die Felsen des großen Kandelfelsen sind ein Treffpunkt für Kletterer.

3

Sankt Märgen – Sankt Peter – Lindenberg

Gehzeit 4.00 h

8C7

Kirchen und Kapellen mit Alpenblick

Die Wallfahrtskirche Sankt Märgen, die Kapfen- und die Vogesenkapelle, die Barockkirche Sankt Peter und die Kirche auf dem Lindenberg, dem »heiligen Berg« des Dreisamtals, liegen wie Glanzpunkte an diesem Höhenweg, der mit fantastischen Panoramen aufwartet. Von Sankt Peter fährt der Bus zurück nach Sankt Märgen, wo als sechste die Ohmenkapelle zum abendlichen Rundblick lockt.

Ausgangspunkt: Sankt Märgen Rathausplatz in der Ortsmitte vor der Wallfahrtskirche (890 m), hier Bushaltestelle Post an der Linie Freiburg Hauptbahnhof – Sankt Peter – Sankt Märgen – Hinterzarten Bahnhof. Zielpunkt: Zähringer Eck (712 m), Bushaltestelle und Parkplatz in Sankt Peter an der Zähringer Straße; Busverbindung nach Freiburg, Sankt Märgen und Kirchzarten. Höhenunterschied: 330 m im Aufstieg, 510 m im Abstieg. Anforderungen: Die Wanderung folgt überwiegend bequemen Wald- und Forstwegen. Einkehr: Sankt Märgen, Sankt Peter, Lindenberg.

Am Ausgangspunkt in der Ortsmitte von Sankt Märgen (1) befinden sich vor der Wallfahrtskirche der Rathausplatz, der Kirchplatz und der Kurgarten sowie weiter zur Durchgangsstraße hin ein Parkplatz. Längs der Durchgangsstraße (Wagensteig-, dann Feldbergstraße) geht es kurz Richtung Titisee, bis die gelbe Raute vor dem Hotel Hirschen links in den Landfeldweg wechselt und aufwärts Richtung Wassertretstelle Rankmühle führt mit herrlichem Blick auf die Doppelturmfassade der Wallfahrtskirche Sankt Märgen, zum Thurner, zur Weißtannenhöhe, zum Feldberg und zum Schauinsland. An der Gabelung am Waldzipfel bei der Wassertretstelle Rankmühle (2) geht es links versetzt geradeaus am Waldrand und bald nach der Linkskurve an der Verzweigung rechts hinauf in den Rankwald. An einer Schanze erreicht der Weg wieder den Waldrand, folgt ihm kurz und aussichtsreich und leitet dann zwischen Feuchtwiesen mit mehrhundertjährigen Einzelfichten zur Ibenbachquelle; hier plätschert ein Brunnen, Sitzbänke laden zum Verweilen ein. In einem kraut- und buschreichen Hochwald geht es weiter, die erste Abzweigung links zum Waldrand mit Blick auf die Ohmenkapelle und bis hin zum Thurner, dann ist die Kapfenkapelle (3) erreicht, erbaut vom Kapfenbauer, der auf dem Krankenbett nach einem Schlaganfall versprach, auf der Höhe oberhalb seines Hofs eine Kapelle zu errichten, wenn er es schaffe, wieder hochzulaufen. Er schaffte es und blickte auf Weißtannenhöhe, Feldberg und Schauinsland, hinab ins weite Dreisamtal mit seinen Seitentälern bis Freiburg und auf die Klosterdörfer Sankt Märgen und Sankt Peter. Von der hölzernen Kapelle führt der aussichtsreiche Kapfenbergweg hinab zur Wegekreuzung Rotes Kreuz, wechselt hier links auf einen schmalen Weg am Waldrand mit traumhafter Aussicht, folgt nach kurzer Waldpassage der Zufahrt des Kernwiesenhofs und erreicht die Vogesenkapelle (4): Beschützt von hohen Tannen, steht das schindelverkleidete kleine Gotteshaus auf einer Lichtung am Waldrand. Von der Kapelle folgt die gelbe Raute einem Wurzel- und später Wiesenweg am Hof Hochritt vorbei, vor dem ein Brunnen plätschert, zur Verzweigung Vorderwillmen, und nun kurz auf der Zufahrt zum Potsdamer-Platz-Parkplatz abwärts, bis die gelbe Raute die schmale Straße links verlässt und teils Feldwegen, teils Pfaden durch den von Gehöften geprägten Sonnenhang Schmittenbach (5) folgt. Die Doppelturmfassade der Klosterkirche von Sankt Peter im Blick, geht es auf aussichtsreichen Wegen und Pfaden weiter abwärts, durch eine Unterführung unter der Straße ins Dorf und zum Kloster Sankt Peter (6): Die Klosterkirche wird vom Klosterhof aus betreten. Vom Klosterhof vor dem Kirchenportal führt ein Torbogen zur Zähringerstraße: kurz links hinab, erste rechts (Bürgerschaft) am Gasthof Sonne vorbei, nächste links (Bürgerschaft) und am Ende rechts durch die Spittelhofstraße zum Ortsrand, wo ein aussichtsreicher Wiesenweg beginnt. Er setzt sich bei der ersten Straßenberührung östlich der Straße auf dem Kreuzweg fort, der mit erstklassigen Ausblicken in den Wiesen zu Sitzbänken beim Kreuz auf dem Hochgericht (7) führt mit Blick auf das Dreisamtal, den Freiburger Osten und über die Rheinebene zu den Vogesen. Vom Hochgericht senkt sich der Kreuzweg zum Lindenberg (8), dem »heiligen Berg« des Dreisamtals; bei der Marienwallfahrtskapelle bietet sich eine einzigartige Aussicht auf das Dreisamtal und die sich dahinter staffelnden höchsten Schwarzwaldberge. Vom Lindenberg geht es auf demselben Panoramaweg über das Hochgericht (7), dann folgen wir der Lindenbergstraße zurück nach Sankt Peter, am Ende links durch den Roten Weg hinab zur Bushaltestelle am Zähringer Eck (9) vor dem ehemaligen Kloster.

Wallfahrtskirche
Die Doppelturmfassade der Wallfahrtskirche von Sankt Märgen liegt neben dem Rathausplatz und dem Kurgarten und leuchtet noch weit über Felder, Wiesen und Wald hinaus.

4

Freiburg – Sankt Ottilien – Rosskopf

Gehzeit 5.00 h

8C7

Von Freiburgs Bächle-Altstadt zur Quellkirche Ottilien

Von der bächledurchflossenen Freiburger Altstadt geht es über den aussichtsreichen Schlossberg zum Waldidyll der Quellkirche Sankt Ottilien und zur schönen neuen Windkraftwelt auf dem Rosskopf.

Ausgangspunkt: Münsterplatz in der autofreien Altstadt von Freiburg (274 m). Höhenunterschied: 860 m. Anforderungen: Die Kondition erfordernde Wanderung folgt teils bequemen Promenaden, teils naturbelassenen Pfaden, die gutes Schuhwerk verlangen. Einkehr: Freiburg, Sankt Ottilien, Dattler.

Der farbenfrohe Münstermarkt auf dem Münsterplatz (1) vor der Kulisse des Freiburger Münsters, des Historischen Kaufhauses, des Erzbischöflichen Palais und des Wentzingerhauses mit dem Stadtmuseum ist im Dreiländereck weithin bekannt. Auf der Südseite bieten die Händler eingekaufte Waren an, neben Obst und Gemüse auch Kunsthandwerk und Souvenirs, auf der Nordseite befindet sich der Bauernmarkt, auf dem einheimische Landwirtschaftsbetriebe ausschließlich Produkte aus der Region verkaufen dürfen. Zwischen 80 und 100 Stände befinden sich wochentags von 7 bis 13 Uhr auf dem 10.000 m2 großen Marktplatz, an Samstagen sind es nahezu doppelt so viele. An der Westseite des Platzes stehen zwei Brunnen, nördlich eine Kopie des 1483 vom Meister Hans von Basel gestalteten Fischbrunnens und im Süden der meist als »Münsterbrunnen« bezeichnete Georgsbrunnen mit der vergoldeten Statue des Drachenüberwinders. Das Historische Kaufhaus mit seiner roten Fassade und der Arkadenhalle prägt die Südseite des Münsterplatzes; der von Lienhart Müller 1520–32 errichtete Bau war die Schaltstelle des städtischen Waren- und Finanzverkehrs. Von den Kaufhausarkaden lässt sich die 300-jährige Baugeschichte des Münsters am besten überblicken. Auf die spätromanischen Ostteile, begonnen unter Herzog Bertold V. von Zähringen, folgten das gotische Langhaus und der Westturm; Dem Wunsch der leistungstragenden Familien nach eigenen Grabkapellen folgt die Form des ab 1354 errichteten spätgotischen Kapellenkranz-Chors, mit dessen Weihe 1513 der Münsterbau vollendet war. Vor dem roten Kaufhaus verlässt die Kaufhausgasse den Münsterplatz südwärts, am Ende geht es links versetzt geradeaus durch die Augustinergasse zur ebenfalls autofreien Salzstraße, an der sich links das Augustinermuseum in der barockisierten Kirche des ehemaligen Augustinereremitenklosters befindet; es ist das bedeutendste kunsthistorische Museum Südbadens. Neben dem Freiburger Münsterschatz umfassen die Sammlungen Gemälde von Hans Baldung Grien und Matthias Grünewald, Anselm Feuerbach und Hans Thoma sowie Glasmalereien aus dem Münster und mittelalterliche Textilien, darunter den gotischen Malterer-Teppich mit Minne-Szenen. Die Schwarzwald-Abteilung zeigt Handwerk, Volkskunst, Uhren und Bilder aus dem südlichen Schwarzwald. Am Augustinermuseum mündet die Salzstraße in die platzartige Erweiterung Oberlinden mit der 1729 gepflanzten Linde neben dem Oberlinden-Brunnen, dem Hotel-Restaurant Zum Roten Bären, dem 1387 erstmals erwähnten, ältesten Gasthaus Deutschlands, und dem gotischen Schwabentor am Beginn des Bächle-Netzes; das Schwabentor ist neben dem Münsterturm das Wahrzeichen der Freiburger Altstadt-Silhouette und ein Knotenpunkt von Wanderwegen; am Schwabentor beginnen der Kandel-Höhenweg (K-Markierung) und der Querweg Freiburg – Bodensee (weiß-rote Raute). Die 1220 erstmals erwähnten Bächle sind ein weiteres Wahrzeichen Freiburgs. Das weit verzweigte Netz kanalisierter, meist kaum knöcheltiefer Wasserläufe erstreckt sich vom Schwabentor rund 15 km nordwestwärts, das frische Wasser wird den »Runzen« (Rinnsalen) aus dem von der Dreisam abgezweigten Gewerbekanal zugeführt und verlässt die Altstadt aufgrund der Geländeneigung durch natürliches Gefälle, ein »Runzknecht« sorgt seit Jahrhunderten für die Verteilung des Wassers. Seit 1789 werden die Bächle zweimal täglich von »Bächleputzern« von Unrat befreit. Kandel-Höhen- und Querweg folgen dem autofreien Schwabentorsteg über den Schlossbergring, schwingen sich im Steilhang des Schlossbergs zum Traditionsrestaurant Greiffenegg-Schlössle und erreichen am Kanonenplatz einen der besten Aussichtspunkte Freiburgs; direkt oberhalb auf der »Ludwigshöhe« ließ Bertold II. von Zähringen 1091 das Burghaldenschloss errichten, das dem Schlossberg seinen Namen gab. Vom Kanonenplatz folgen Kandel-Höhen- und Querweg dem aussichtsreichen Hangweg Burghaldenring oberhalb von Weinbergen zum Kleinen Kanonenplatz. Von hier lohnt sich bei klarer Sicht der Aufstieg über die 288 Stufen der Schlossbergturmtreppe zum 35 m hohen Schlossbergturm (2) am Salzbüchsle. Der Kandel-Höhenweg folgt dem Burghaldenring weiter in Eichen-Buchen-Wäldern zur Roten Hütte (3), hier rechts zur Wegespinne Sieben Linden: Während der Kandel-Höhenweg dem bewaldeten Kamm aufwärts zum Rosskopf folgt, bleibt der Querweg im Hang, erreicht bei einem Holzkreuz einen Rastplatz mit großartiger Aussicht über das Dreisamtal hinweg auf die Schwarzwaldberge, und führt dann auf einem angenehmen Waldpfad zur Wallfahrtskapelle Sankt Ottilien (4), wo man sich im Gartenrestaurant stärken kann. Von Sankt Ottilien führt der Querweg weiter im Wald in Richtung der Wendelinskapelle, bis ein mit der gelben Raute markierter Pfad bergwärts Richtung Rosskopf abzweigt: Recht steil führt er durch ein urtümlich wirkendes, feuchtes Waldgebiet voller Farne, Birken, Buchen und Stechpalmen, kreuzt den Borderline-Downhill, eine Mountainbike-Abfahrt vom Rosskopf, und führt als romantischer Waldpfad an der Husarenquelle vorbei zur Ochsenlager-Schutzhütte (5). Dort zweigt der Kandel-Höhenweg links Richtung Rosskopf ab und leitet als Pfad am ersten Windkraftrad vorbei zum aussichtsreichen Martinsfels, einer geländergesicherten Felskanzel, und erreicht nach Passieren dreier weiterer Windkraftanlagen Schutzhütte und Aussichtsturm auf dem Rosskopf (6). Vom Rosskopf folgt der Kandel-Höhenweg kurz steil dem Borderline-Downhill abwärts, verlässt ihn rechts, winkelt bei der zweiten Borderline-Berührung in einer Serpentine rechts ab, passiert die Verzweigung Obere Rosskopfstufe (7) und mündet bei der Wegespinne Sieben Linden wieder in die bekannte Aufstiegsroute, auf der es zurück zur nahen Roten Hütte (3) am Burghaldenring geht. Auch an der Roten Hütte gehen zahlreiche Wege ab, diesmal folgen wir dem bequemen Burghaldenring nordwärts und gelangen – zuletzt auf der Zufahrt – zum Schlossbergrestaurant Dattler, dessen Fensterplätze einen erstklassigen Freiburg-Kaiserstuhl-Vogesen-Blick bieten. Vom Restaurant fährt eine Standseilbahn hinab in den Stadtgarten, allerdings nehmen wir statt der Seilbahn den Serpentinenweg im Wald. Im Stadtgarten ist schon der Karlssteg zu sehen, der autofrei über den Leopoldring zurück in die Altstadt führt, wo der Münsterturm den Weg zum Münsterplatz (1) mit dem Georgsbrunnen weist.

Freiburg
Vom Hang des Schlossbergs ist der gotische Turmhelm des Freiburger Münsters besonders gut zu sehen.
Rosskopf
Der Rosskopf mit den Windrädern bildet eine weithin sichtbare Landmarke.

5

Ebringen – Schönberg

Gehzeit 3.00 h

8C7

Auf den Zauberberg der Frau Venus

Der von artenreichen Buchenwäldern, Blumenwiesen und in den Hängen von Streuobstwiesen geschmückte Schönberg über dem Hexental, an der Grenze zwischen dem Rebland und dem hohen Schwarzwald, bietet eine wundervolle Aussicht. In der Jungsteinzeit stand auf dem Gipfelplateau eine Höhensiedlung, die Kelten errichteten hier einen Ringwall, und die Sage erinnert daran, dass sich in den Muschelkalkhöhlen des Schönbergs das Zauberreich der Frau Venus befindet.

Ausgangspunkt: Bushaltestelle Kirchweg an der Kirche von Ebringen (278 m); Buslinie Freiburg – Ebringen – Bad Krozingen. Parkplätze am Alten Friedhof an der Friedhofstraße und am Neuen Friedhof am Vorderen Blachenweg. Höhenunterschied: 390 m. Anforderungen: Panorama- und Waldwanderung auf teilweise steilen Pfaden, die bei Nässe wegen des Muschelkalkuntergrundes rutschig sein können. Einkehr: Schönberghof.