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Symbole und Preiskategorien
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Inhalt

Symbole & Preiskategorien

Rein ins Erleben

Die wichtigsten MARCO POLO Highlights!

Die besten MARCO POLO Insider-Tipps

Best of…

Tolle Orte zum Nulltarif

Typisch Costa del Sol

Schön, auch wenn es regnet

Entspannt zurücklehnen

Auftakt

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Fakten, Menschen & News

Essen & Trinken

Einkaufen

Almería & Costa de Almería

MARCO POLO Highlights

Almería

Naturpark Cabo de Gata

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Granada & Costa Tropical

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Praktische Hinweise

Sprachführer Spanisch

Impressum

Reiseatlas

Detailkarte Granada

Detailkarte Málaga

Autorin

Mit dem digitalen Service von MARCO POLO sind Sie noch unbeschwerter unterwegs: Auf den Erlebnistouren zielsicher von A nach B navigieren oder aktuelle Infos abrufen – das und mehr ist nur noch einen Fingertipp entfernt.

Touren-App

Ganz einfach orientieren und jederzeit wissen, wo genau Sie gerade sind: Die praktische App zu den Erlebnistouren sorgt dank Offline-Karte und Navigation dafür, dass Sie immer auf dem richtigen Weg sind. Außerdem zeigen Nummern alle empfohlenen Aktivitäten, Genuss-, Kultur- und Shoppingtipps entlang der Tour an.

Update-Service

Immer auf dem neuesten Stand in Ihrer Destination sein: Der Online-Update-Service bietet Ihnen nicht nur aktuelle Tipps und Termine, sondern auch Änderungen von Öffnungszeiten, Preisen oder anderen Angaben zu den Reiseführerinhalten. Einfach als PDF ausdrucken oder für Smartphone, Tablet oder E-Reader herunterladen.

Hier geht’s lang zu den digitalen Extras:

http://go.marcopolo.de/cds

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ALCAZABA IN ALMERÍA »

Friedliche Winkel, Gärten und Aussichtsvorsprünge in der historischen Maurenfestung von Almería (Foto) zur Karte

DESIERTO DE TABERNAS »

Hügelkuppen wirken wie abgesägt, kahle Spitzen stechen hervor, es ist knochentrocken – faszinierende Eindrücke aus der Wüste von Tabernas im Hinterland der Costa de Almería zur Karte

NATURPARK CABO DE GATA »

Klippen und Felsformationen fassen im Naturpark um das Cabo de Gata, den östlichen Abschluss der Costa de Almería, versteckte Buchten und Traumstrände ein (Foto) zur Karte

ALBAICÍN IN GRANADA »

Die maurische Altstadt ist ein pittoreskes Gassengewirr zur Karte

ALHAMBRA IN GRANADA »

Ein Traum wie aus Tausendundeiner Nacht – die maurische Baukunst in Granadas „Rotem Schloss“ mit seinen Gärten zur Karte (siehe auch »)

TAPABARS IN GRANADA »

Tapas sind ein Stück andalusische Lebenskunst – in Granada Kult in Vollendung zur Karte (siehe auch »)

MUSEO PICASSO IN MÁLAGA »

Picassos Geburtsstadt verneigt sich mit diesem Museum vor ihrem wohl berühmtesten Sohn zur Karte

ANTEQUERA »

Die Mischung macht es in dieser Kleinstadt: weißes Häusermeer, Burg und jahrtausendealte Dolmen zur Karte

CUEVA DE NERJA »

Gigantische Zapfen und Nadelspitzen: die Tropfsteinhöhle von Nerja zur Karte

FRIGILIANA »

Bei einem Wettstreit um das schönste weiße Dorf Andalusiens wäre Frigiliana ein ganz heißer Titelkandidat zur Karte

TELEFÉRICO BENALMÁDENA »

Eine Viertelstunde Seilbahnfahrt in eine andere Welt mit Aussicht bis nach Afrika zur Karte

PLAZA DE LOS NARANJOS IN MARBELLA »

Der mit Orangenbäumchen bestandene Platz in der Altstadt bleibt eine Oase mit Bodenhaftung zur Karte

TAJO-SCHLUCHT IN RONDA »

Dramatische Kulisse mitten in der Stadt, wo die Schlucht des Río Guadalevín ihren Rachen über 100 m tief aufreißt zur Karte

DIE BERGDÖRFER DER ALPUJARRA »

Kalkweiß sprenkeln sie den Südhang der Sierra Nevada zur Karte (siehe auch ») 1 » 2 » 3 » 4 »

EL TORCAL DE ANTEQUERA »

Zauberlandschaft aus Kalkstein in Andalusiens bizarrstem Naturpark zur Karte

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Insider-Tipp

Gutes Profil »

Gehen Sie in der Sierra Nevada (Foto) oder im Naturpark Cabo de Gata auf Mountainbiketour mit Christel und Francis von Almería Bike Tours!

Insider-Tipp

Auf den Spuren russischer Künstler »

Die Colleción del Museo Ruso, eine Dependance des Kunstmuseums St. Petersburg in Málaga, ist ein Muss für Kunstliebhaber

Insider-Tipp

Himmelsthron »

Im Kapvorgebirge Vela Blanca beim Cabo de Gata bieten sich herrliche Blicke auf Buchten, Felsen und das Kap in der Tiefe

Insider-Tipp

Tapahopping in Málaga mit Insidern »

Tapabars, kleine Läden mit Kunsthandwerk und Lebensmittelhändler: Mit den Spain Food Sherpas entdecken Sie Lokale und Winkel der Stadt, die Sie ohne die Sherpas nie finden würden

Insider-Tipp

Dichterfährte »

Folgen Sie in Granada in der Huerta de San Vicente den Spuren des großen andalusischen Dichters Federico García Lorca

Insider-Tipp

Willkommen in den Wohnhöhlen »

Erkunden Sie im Sacromonte-Viertel in Granada das volkskundliche Museum Cuevas del Sacromonte. Interessant ist vor allem der exemplarische Einblick in einstige Wohnhöhlen!

Insider-Tipp

Kein folkloristisches Geklingel »

Bühne frei für Nachwuchstalente, die den Flamenco nicht von der Stange aufführen: in der Sala Vimaambi, die zu einer Künstlerwerkstatt in Granada gehört

Insider-Tipp

Avantgarde in der Wüste »

Ein spannender Besuch im futuristischen Versuchszentrum für Solarenergie, der Plataforma Solar de Almería

Insider-Tipp

Nicht zum Heulen »

Im Lobo Park, dem Wolfspark bei Antequera, streifen die Raubtiere durch erfreulich große XXL-Gehege. Bei Führungen durch den Park erfahren Sie viel Interessantes über Lebens- und Verhaltensweisen – oder Sie nehmen sogar, womöglich bei Vollmond, an einer der „Wolfsgeheul-Nächte“ teil

Insider-Tipp

Saugut »

Der Ort Trevélez in der Alpujarra, Spaniens höchstgelegenes Dorf, lohnt ohnehin den Abstecher in die Berge, doch Kostprobe und Kauf von Serranoschinken geben dem Ganzen eine saumäßig gute Note

Insider-Tipp

Spiel mir das Lied vom Tod »

Pistolenschüsse, Prügeleien und wilde Pferderitte bei den Westernshows im Oasys-Park. Die karge Szenerie in der Provinz Almería gibt das richtige Umfeld für die Westerndorfkulissen ab

Insider-Tipp

Kleine Schwester des Centre Pompidou »

Der gläserne Kubus an Málagas Flaniermeile birgt die erste ausländische Dependance des Pariser Kunst- und Kulturzentrums (Foto)

Insider-Tipp

Stars im Steinbruch »

Im Hochsommer verwandelt sich beim Starlite-Festival ein ehemaliger Steinbruch bei Marbella in die spektakuläre Kulisse für nationale und internationale Stars

Insider-Tipp

Neue Kunst aus alten Lappen »

In den Gebirgsdörfern der Alpujarra finden bunte Flickenteppiche Absatz, einst ein Abfallprodukt aus Lappen, heute ein beliebtes, ansehnliches Souvenir

Insider-Tipp

Der Geist des großen Komponisten »

Die Casa-Museo Manuel de Falla in Granada bewahrt das Erbe des Komponisten, der hier einst lebte und arbeitete

Insider

Zeitgenössische Kunst »

CAC, so lautet die gängige Abkürzung für das Centro de Arte Contemporáneo, das Zentrum für Zeitgenössische Kunst mit Sitz in Málaga. Hier bekommen Sie je nach Ausstellung Werke von international bekannten Künstlern zu sehen. Besonders erfreulich ist, dass Sie für dieses Erleben keinen Cent zahlen

Flamenco in Mijas »

Kostenlosen Flamenco erleben Sie mittwochs um 12 Uhr mittags auf der Plaza Virgen de la Peña in Mijas, einem der populärsten Ausflugsdörfer der Costa del Sol. Voraussetzung ist, dass das Wetter mitspielt

Spuren historischer Grabbaumeister »

Antequera ist für besondere Baudenkmäler bekannt, die einige Tausend Jahre auf dem Buckel haben: die Dolmen, Grabbauten aus der Steinzeit, geprägt durch gewaltige Decken- und Tragsteine. Drei nennenswerte Dolmen – Menga, Viera und El Romeral – gibt es in der Stadt und alle drei heißen Sie kostenlos willkommen

Kunstobjekte aus maurischer Zeit »

Hoch oben auf dem Plateau der Alhambra (Foto) in Granada zeigt das Museo de la Alhambra im Unterbereich des Palacio de Carlos V Zeugnisse hispanomaurischer Kunst aus dem Mittelalter – eine interessante Präsentation zum Nulltarif!

Ein Highlight für lau »

Die Wehrburg Alcazaba in Almería ist ohnehin ein Highlight – und dass es kostenlos hineingeht, das i-Tüpfelchen

Buntes Sommerprogramm »

Wenn das Ferienstädtchen Roquetas de Mar im Hochsommer das Kultur- und Unterhaltungsprogramm A Pie de Calle und das Musikfestival Pulpop startet, freuen sich nicht zuletzt Sparfüchse – denn die Veranstaltungen sind gratis

Weiße Dörfer » (siehe auch »)

Andalusiens weiße Dörfer sind so etwas wie kostenlose Freilichtmuseen. Schmale Gassen und Treppenwege ziehen sich zwischen kalkweißen Hausfassaden hindurch, Pflanzenkübel und Blumentöpfe setzen Farbakzente. Besonders schön sind Frigiliana (Foto) im Küstenhinterland von Nerja und Casares auf einem Hügelrücken der Sierra Bermeja im Westen der Costa del Sol

Schöne Plätze »

Spanier haben ein Faible für stimmungsvolle Plätze und Promenaden, Treffpunkte par excellence, sozusagen ins Freie verlagerte Wohnzimmer. Einer der schönsten ist die Plaza Bib-Rambla in Granada, ein Evergreen-Treffpunkt in der Altstadt

Maurische Paläste »

Eine zweite wie sie gibt es keine: die Alhambra in Granada. Spüren Sie den Spuren der Mauren zwischen Vorburg, Palastbezirk und Bädern nach, lassen Sie sich zwischen Bassins, Stalaktitenkuppeln und Säulenwäldern in eine unvergleichliche Pracht hineinziehen

Ausflug ins Schneegebirge »

Die Sierra Nevada, das „Verschneite Gebirge“, türmt sich in Sichtweite von Granada auf. Mulhacén und Pico de Veleta kratzen mit knapp 3500 m Höhe an den Wolken. Eine Bergstraße führt Sie bis hinter den Skiort Pradollano; zur wärmeren Jahreszeit sind Schnee und Eis dort allerdings längst geschmolzen

Yachthäfen » (siehe auch »)

Sporthäfen gibt es viele in Andalusien. Wenn Sie einen etwas weniger frequentierten, doch gleichwohl reizvollen suchen, merken Sie sich Marina del Este bei Almuñécar vor. Demgegenüber regiert nahe Marbella der absolute Chic in Puerto Banús

Tapatour »

Keinem Spanier würde es einfallen, einen Abend lang in einer einzigen Bar zu bleiben. Typisch ist der Zug von Bar zu Bar, um möglichst viele Häppchen durchzuprobieren. Schließen Sie sich an! Ein Tapaparadies ist Granada

Wissenschaft hautnah »

Vor allem für Familien mit Kindern ist die Bandbreite in Granadas Parque de las Ciencias zwischen tropischem Schmetterlingspark, interaktiven Bereichen und Greifvogelshows interessant. Selbst bei gutem Wetter durchaus lohnend!

Krokodilpark »

Ist es draußen mal etwas kühler, ziehen sich die Echsen im Crocodile Park von Torremolinos meist in die Hallenbecken zurück – dort können Sie sie ganz genau studieren

Unterschlupf in der königlichen Grabkapelle »

Mit der Capilla Real bietet Ihnen Granada einen kulturhistorischen Unterschlupf erster Güte. Prunk und Ehre gebühren Spaniens Reconquista-Royals, die hier begraben liegen: Isabel von Kastilien und Ferdinand von Aragonien (Foto)

Auf Tauchstation »

Gehen Sie bei Regen in Roquetas de Mar auf persönliche Tauchstation: Im Aquarium werden Sie von Haien, Rochen und anderem Meeresgetier erwartet

Besuch bei Picasso »

Nicht nur für Kunstfreunde ist das in einem Renaissancepalais in seiner Geburtsstadt Málaga eingerichtete Museo Picasso ein Ereignis. Das Museumscafé bietet sich an, um zwischendurch eine Kunst-Pause einzulegen

Reise in die Unterwasserwelt »

Wenn der Sturm an den Palmen zerrt und das Meer unter einem grauen Himmel tobt, tauchen Sie am besten in die Unterwasserwelt ein: in Málagas Museo Alborania. Auf geführten Touren erfahren Besucher, was sich vor der Sonnenküste im Meer tummelt

Ruheoase »

Auf der Terrasse, im Liegestuhl am kleinen Sommerpool, im Himmelbett in einem der zwölf stilvoll ländlich eingerichteten Zimmer – in der Posada Morisca, einem Landhotel außerhalb von Frigiliana, können Sie sich gleich an mehreren Stellen entspannen

Schwebevergnügen »

15 Minuten in eine andere Welt: So lange dauert das 3-km-Schwebevergnügen im Teleférico Benalmádena, einer Seilbahn, die Sie sanft von der Küstenebene auf den Berg Calamorro hinaufträgt. Unterwegs genießen Sie das atemraubende Panorama

Buchtpanorama »

Wer sich im Naturpark Cabo de Gata im Hotel Doña Pakyta in einem Zimmer mit Terrasse einquartiert, darf sich angesichts des Blicks über die Bucht von San José wirklich entspannt zurücklehnen

Spaß im Urban Spa » (siehe auch »)

Alte Traditionen in neuen Formaten: In Granada und Málaga knüpfen arabische Bäder an Sitten und Gebräuche aus der Maurenzeit an. Wohlige Oasen der Entspannung mitten in der Stadt

Alhambrablick »

Der Albaicín von Granada verrät unverkennbar seinen maurischen Ursprung: schmale Gässchen, kalkweiße Häuser. Vom Aussichtspunkt Mirador de San Nicolás bietet sich Ihnen ein Traumpanorama auf die Alhambra. Setzen Sie sich auf das Mäuerchen und verträumen ein Viertelstündchen oder mehr!

Am „Europabalkon“ »

Wer in Nerja Glück hat und einen freien Platz auf einem der Bänkchen auf dem sogenannten Europabalkon (Balcón de Europa) ergattert, kann entspannt das Kommen und Gehen betrachten. Die herrliche Spazier- und Aussichtspromenade überm Meer ist der beliebteste Treffpunkt der Stadt (Foto)

Strand in Marbella

Immer weiter, immer höher: 15 Minuten zwischen Erde und Himmel dauert der Schwebeflug in der Seilbahn von Benalmádena, eine Reise in eine andere Welt. Weit weg von den Stränden, den Promenaden, dem Highlife um die Sporthäfen, den betonversiegelten Urlaubszentren. Der Gondelschatten gleitet über die letzten Dächer Benalmádenas, über Kiefernkronen und schroffe Hänge. Ziel der Auffahrt ist der Berg Calamorro, knapp 800 m hoch, ein Thron über der Costa del Sol. In einer Luft wie Seide breiten sich Teile der Küste auf einem natürlichen Präsentiertablett aus. Links in der Ferne greifen die Häusermassen Málagas tief ins Hinterland, am Horizont punktieren Boote das sonnenglitzernde Mittelmeer, weiter rechts im Hintergrund – ja, was ist das? Man reibt sich die Augen. Ein wenig verschwommen liegt sie im Dunst und zeigt zaghaft ihre Konturen: die Küste Marokkos.

Die Nähe zum afrikanischen Kontinent gab im Jahr 711 den Ausschlag für eine Invasion, die über Jahrhunderte Einfluss auf die Entwicklung Europas nehmen sollte: Muslimische Araber und Berber setzten auf die Iberische Halbinsel über, schwangen sich im Reich der Westgoten zu neuen Herren auf und blieben fast 800 Jahre. Al-Andalus – davon leitet sich der Name von Spaniens südlichster Region Andalusien ab – nannten die Mauren ihr neu erobertes Terrain. Sie führten ausgeklügelte Bewässerungsmethoden in der Landwirtschaft ein, bauten Wachtürme und Festungen, kleideten Häuser mit kühlen, farbigen Kacheln aus und brachten eine fremdartige Religion mit, den Islam. Im Zeichen Allahs entstanden Moscheen und Koranschulen, es gab Kunsthandwerkerviertel, Paläste, Bäder, Märkte. Spanien, vor allem der tiefe Süden, geriet zum Schmelztiegel der Kulturen. All diese Spuren der maurischen Hochkultur tragen heute nicht unerheblich zum Reiz einer Reise an die Costa del Sol und in ihr Hinterland bei.

Im Mittelalter war das Zusammenleben zwischen Mauren und Alteingesessenen oft von Toleranz geprägt, doch währte die friedliche Koexistenz nicht ewig: Im Norden formierte sich Widerstand, um die Eindringlinge zu vertreiben und den Islam auszurotten. Reconquista, „Rückeroberung“, so nannte man den Territorial- und Glaubenskrieg, der im Lauf der Jahrhunderte immer größere Schlachtenerfolge mit sich brachte. Das maurisch dominierte Gebiet schrumpfte auf das Reich der Nasridendynastie von Granada, das sich bis an die Küste von Almería und Málaga ausdehnte und vom 13. bis 15. Jh. ein letztes Stück Hochkultur hervorbrachte. Die Alhambra, ihr „Rotes Schloss“, konzipierten die Herrscher von Granada mit einer Filigranarchitektur als Paradies auf Erden. 1492 war es dann mit der Herrlichkeit vorbei. Boabdil, der letzte Sultan Granadas, kapitulierte vor den Truppen der Katholischen Könige Isabella von Kastilien und Ferdinand von Aragonien. Der Fall von Granada bedeutete das Ende der Reconquista.

Zählen Sie nach: 124 filigran gearbeitete Marmorsäulen schmücken den Löwenhof in der Alhambra

Pflanzenpracht in Innenhöfen und Gassenlabyrinthen

Ohne die historischen Einflüsse der Mauren ist die Region nicht zu verstehen. Andalusien verdankt einen Teil seiner Magnetkraft dem morgenländischen Flair. Dieses verströmen auch die weißen Dörfer, Andalusiens stille Wahrzeichen, die, wie Frigiliana und Casares, von der Küste leicht erreichbar sind: Schachtelwerke aus dicht aneinandergedrängten Häusern, stillen Winkeln, steilen Treppen. Die Dörfer sind eine Mischung aus Freilichtmuseen und ganz normalen Wohnwelten, in denen die Bewohner ihre Gassenlabyrinthe und Innenhöfe mit einer überbordenden Pflanzenpracht schmücken. Selbst hinter kleinsten Fenstergittern klemmt ein Blumentopf.

Kultur und Dörfer sind eine, die faszinierenden Landschaften und das Klima eine andere Sache. Über 300 Sonnentage pro Jahr, ewiger Frühling – Andalusiens „Sonnenküste“ hält, was ihr Name verspricht, und ist mitunter als „Kalifornien Europas“ tituliert worden. Im Sommer geht es in den Urlaubszentren in jederlei Hinsicht hitzig zu, ansonsten eher ruhig und mild. Flusstäler sind mit Orangenhainen gesprenkelt, über Höhenrücken ziehen sich Mandelbäume, die wüstenhaften Gegenden der Provinz Almería setzen Kontraste. Hinzu kommen Strände mit Vulkanformationen im Naturpark Cabo de Gata und Eis und Schnee in der winterlichen Sierra Nevada, wo es Skifans auf die Pisten zieht und nicht weniger als 16 Gipfel die 3000-m-Marke übersteigen. Bilder, wie sie unterschiedlicher kaum sein könnten. Das gilt gleichermaßen für die Flora mit Enzian und Krokussen in höheren Lagen, Kiefern und Steineichen in Mittelgebirgen und Espartogras und Zwergpalmen in den trockenen Niederungen. Oleander und Zistrosen setzen Farbtupfer, in der Fauna sind Steinböcke und Steinadler vertreten. Eine Sonderrolle fällt den Berberaffen am Felsen von Gibraltar zu, den einzigen frei lebenden Primaten Europas.

Hier ist das Beachlife Lichtjahre entfernt: Schäfer im Naturpark Cabo de Gata

Avocados, Mandeln und Oliven gedeihen im milden Klima

Gibraltar setzt geografisch den Schlusspunkt der Mittelmeerküste Andalusiens. Diese splittet sich in drei große Abschnitte auf: die Costa del Sol mit ihrem Kern um Málaga und Marbella, die Costa Tropical der Provinz Granada um Almuñécar und Salobreña und ganz im Osten die Küste der Provinz Almería. Vom späten Frühjahr bis in den Oktober oder November sind die Badetemperaturen im Mittelmeer angenehm. Im Hinterland der Costa del Sol und Costa Tropical erheben sich Bergbarrieren wie die Sierra de Mijas und die Sierra de Almijara, die kalte Nordwinde abhalten und ein mildes Klima garantieren, in dem Avocados und Mandeln gedeihen, Oliven, Weintrauben, Zitronen und sogar Mangos.

Die Ursprünglichkeit mancher Küstengegenden liegt dagegen unter Beton begraben. Ohne Weitblick und Rücksicht auf Umwelt, unterfüttert durch Spekulation und Korruption, setzte in den Sechzigerjahren des 20. Jhs. der ungebremste Bauboom für den Massentourismus ein. So kamen lebenswichtige Devisen in ein Land, das damals zu den ärmsten in Europa gehörte und bis 1975 unter der Knute von Diktator Francisco Franco stand.

Andalusiens mediterrane Küste ist seither ein touristischer Dauerbrenner. Heute machen sich die Gemeinden mit ihren Sandstränden und Promenaden gegenseitig Konkurrenz, Duschen und Strandpflege in Form von Müllbeseitigung gehören zum Standard. Für Kinder bieten die vielerorts an den Stränden aufgebauten Spielgeräte mit Rutschen und Kletterseilen ein kostenloses Vergnügen, ob in Marbella oder Roquetas de Mar.

In der Wärme des Südens verbringen viele Tausend Residenten, vor allem ältere Auswanderer oder „Teilzeit-Auswanderer“ aus Deutschland, Skandinavien und Großbritannien, einen Großteil des Jahres und zeigen Mitteleuropa die kalte Schulter – um im Winter auf der Terrasse zu frühstücken. Es gibt Wandergruppen der Residenten, Tanztreffs, Tierschutzvereine, Wohltätigkeitsfeiern und deutsche Skatclubs.

Fiesta und Siesta: Lebenslust und gelebte Tradition

Für viele Einheimische sprudelt der Tourismus als Einkommensquelle, in Hotels und Restaurants verdienen sie zumindest saisonal ihre Euro. Das Motto dabei: arbeiten, um zu leben – nicht leben, um zu arbeiten. Selbst die anhaltende Wirtschaftskrise kann den Andalusiern nicht nachhaltig ihre Lebenslust nehmen oder Traditionen erschüttern. Dazu gehören Fiestas und Siesta, ein erstes Gläschen Wein gegen Mittag, die Häppchenkultur der Tapas – und ein hoher Lärmpegel. Lassen Sie sich anstecken von dieser Unbeschwertheit und freuen Sie sich auf einen Urlaub in einer der lebhaftesten, vielseitigsten Ferienlandschaften Europas!


2. Jh. v. Chr.–5. Jh. n. Chr.

Herrschaft der Römer

711

Einfall der Mauren von Nordafrika über die Straße von Gibraltar; Ausbreitung der maurischen Kultur in Andalusien

8.–11. Jh.

Erste kulturelle und wirtschaftliche Blütezeit Andalusiens unter muslimischer Herrschaft

13. Jh.

Beginn der Nasridenherrschaft in Granada

1492

Der Fall der Nasriden von Granada markiert das Ende der christlichen Rückeroberung („Reconquista“)

16./17. Jh.

Vertreibung von Juden und letzten Muslimen

1881

In Málaga wird Spaniens Jahrhundertmaler Pablo Picasso geboren

1936–39

Spanischer Bürgerkrieg, gefolgt von der Diktatur unter Francisco Franco

1960er-Jahre

Wirtschaftswunder, einsetzender Massentourismus und erste Bausünden an der Costa del Sol

1975

Ende der Militärdiktatur von Franco, Proklamation von Juan Carlos I. zum König

1978

Spanien bekommt eine neue, demokratische Verfassung

2012/2013

Aufdeckung verheerender Korruptionsskandale, Prozesse zur Korruption in Marbella

2016

Die gravierenden Auswirkungen der Wirtschafts- und Finanzkrise dauern an. Die Arbeitslosigkeit erreicht in Andalusien bis zu 30, die Jugendarbeitslosigkeit 57 Prozent. Die Parlamentsneuwahlen in Spanien führen wie die Wahlen von 2015 zu einem Patt zwischen linkem und rechtem Lager, langwierige Koalitions-verhandlungen


Öko-Lifestyle

Nachhaltig Der Bioanbau floriert dank Agrargemeinschaften wie La Molienda Verde (www.molienda.com), die in Benalauría in der C/ Moraleda 59 einen Laden (mit Restaurant) für Marmeladen, eingelegte Kastanien etc. betreiben. Beliefert mit Ökoprodukten werden Geschäfte wie Bio-Natura (C/ Félix Rodríguez de la Fuente | Marbella und Av. de los Boliches 112 | Fuengirola). Speziell an Urlauber richten sich Bioferienhäuser. Als Gast der Finca Cortijo Cantaranas (Almuñécar | www.finca-lascantaranas.com) können Sie Ökoobst wie Kaki und Orangen frisch vom Baum kaufen.

Edel snacken

Wie Gott in Frankreich Die Bar Mediodía Champagne & Ostras in Marbellas Markthalle, dem Mercado Central, lockt mit Austern und 39 (!) wohltemperierten Champagnersorten. Nach einer Shoppingrunde am Samstagvormittag kann man hier aufs edelste zusammen mit Einheimischen genießen. Auch in Málaga gibts die Austern-Champagner-Kombi: in der Champagnerbar La Medusa (C/ Santa María).